Interaktive Videos fördern Emergenz

von Wolfgang Laier

Bei modernen Lernkonzepten sind Videos ein zentrales Element. Jedoch garantiert das bloße Betrachten von linearen Videos alleine noch keinen Lerneffekt. Um durch Videos einen höheren Lerneffekt zu erreichen ist es förderlich, Interaktivität in die Videos einzubauen. In Zusammenhang mit interaktiven Videos spricht man dann auch von Emergenz, wenn durch die Vernetzung der Inhalte neue Effekte des Lernens entstehen und die Lernerfolge verstärkt werden.

Emergenz im informellen Lernen und Arbeiten

Der Begriff „Emergenz“ definiert sich über die spontane Herausbildung neuer Eigenschaften der Systembestandteile – und damit die laufende Veränderung des Systems selbst. Dabei ist die spontane Herausbildung dieser neuen Eigenschaften, die Konsequenz aus der Nichtlinearität, der Wechselwirkungen zwischen den Elementen. Zudem besteht eine hohe Überschneidung zwischen Selbstorganisation und Emergenz: Komplexität, Selbstreferenz, Redundanz und Autonomie. Die Ordnung entsteht aus dem System heraus, d.h. Emergenz fördert die Wechselseitigkeit der Beziehungen und verstärkt die Rückkopplungseffekte.

Grundsätzlich steigt die Komplexität eines Systems auch mit der Anzahl an Elementen (wie dies bei der zunehmenden Informationsdichte im Internet der Fall ist), der Anzahl an Verknüpfungen zwischen diesen Elementen sowie der Funktionalität dieser Verknüpfungen. Dabei lassen sich z.B. folgende Kriterien analysieren:

  • Innere Hierarchie
  • Innere Differenzierung (Dezentralität/Zentralität)
  • Vernetzung innerhalb der Subsysteme
  • Vernetzung der Subsysteme mit dem „Zentrum“
  • Innere Feedback-Schleifen und Umgebungskomplexität

Diese Faktoren „steuern“ ein System, beziehungsweise definieren die „Selbststeuerfähigkeit“ eines Systems, dessen Anpassungsfähigkeit an Veränderungen, die entweder durch innere Prozesse oder durch Veränderungen in den Umgebungsbedingungen hervorgerufen werden.

Bezogen auf die digitalen Medien und das Internet erfordert Emergenz auch die systematische Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Lernen 2.0, Collaboration, Wissensmanagement oder Enterprise 2.0. Doch was bedeuten die Begriffe? Wo überschneiden Sie sich, wo ergänzen sie sich? Bei näherer Betrachtung wird schnell deutlich, dass “Komplexität” und “Emergenz” eine wichtige Rolle spielen. All diese Faktoren „steuern“ ein komplexes System, beziehungsweise sie definieren die „Selbststeuerfähigkeit“ eines Systems, seine Anpassungsfähigkeit an Veränderungen, die entweder durch innere Prozesse oder durch Veränderungen in den Umgebungsbedingungen hervorgerufen werden.

Interaktive Medien fördern die Emergenz

In Zusammenhang mit den neuen, digitalen und interaktiven Medien wie dem Internet wird verstärkt von Emergenz gesprochen. Das Internet lässt auf Grund seiner inneren Vernetzung und hohen Informationsdichte, neue Effekte entstehen, die man als emergent bezeichnen kann. Durch die immer mehr zunehmende Vernetzung und Interaktivität werden diese Effekte verstärkt.

Emergenz ist somit ein Schlüsselbegriff, gerade in den Bereichen des informellen Lernens und Arbeiten, und umfasst Themen wie Effizienz, Innovation, Enterprise 2.0 etc. Am interessantesten allerdings wird die Betrachtung von Emergenz und Komplexität, wenn man sich mit dem Begriff “Collaboration” auseinandersetzt. Dabei kann gesagt werden, dass Emergenz in Lern- und Arbeitsprozessen das wesentliche Merkmal von Collaboration ist, da die Emergenz das forschende Verhalten des Betroffenen fördert und somit zu einem impliziten Wissenserwerb führt.

Diese Entwicklung wird durch neue Informationstechnik gefördert, welche die Zugänglichkeit des Wissens sowie die Möglichkeiten der Kommunikation von informell lernenden und arbeitenden Organisationen erheblich verbessert.

Lerncockpit 4.0 – Digital Leben, Lernen und Arbeiten

Mit dem Lerncockpit 4.0 und VideoNotion ist es möglich ein solches, natürliches Verhalten zu fördern und die damit verbundenen kollaborativen, sozialen und informellen Prozesse optimal zu gestalten. Der Ansatz entspricht dabei den Anforderungen an eine sogenannte "Next Generation Digital Learning Environment" (NGDLE) und ermöglicht die Gestaltung moderner und auf Wissensarbeit ausgerichteter Prozesse im informellen Kontext. Dabei unterstützt die Technologie die Anforderungen, die sich aus einer näheren Betrachtung der Emergenz ergeben. Mit dem Lerncockpit 4.0 ist es somit möglich Wissen so zu strukturieren, dass auch komplexe Sachverhalte für Lernende verständlich aufbereitet und selbstorganisiert verarbeitet werden.

So können mit dem Lerncockpit 4.0 komplexe Systeme, die aus einzelnen Teilen bestehen und miteinander in Wechselwirkung sind, nach dem Baukastenprinzip kombiniert und flexibel erstellt werden. Dabei sind die Wirkungszusammenhänge der Systemkomponenten im Allgemeinen nichtlinear, was mit interaktiven Videos von VideoNotion noch besser umgesetzt werden kann. Lernende sind dadurch in der Lage, Informationen implizit und explizit zu verarbeiten bzw. zu erlernen. Mit Lerncockpit 4.0 ist es auch möglich, Informationen, die Verarbeitung von Informationen und das zeitliche Verhalten nicht nur vom aktuellen Zustand, sondern auch von der Vorgeschichte des Lernenden abhängig zu vermitteln.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.lerncockpit.de.

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