Lernen mit Interaktiven Videos

von Wolfgang Laier

Weg aus der Video-Sackgasse

In der Wissensvermittlung, ob Schule, Weiterbildung oder Training, kommen die unterschiedlichsten Medien zum Einsatz. Videos nehmen dabei in den vergangenen Jahren eine immer stärkere Rolle ein, da sie eine bessere Wahrnehmung von Wissen durch die Kopplung unterschiedlicher Sinne ermöglichen. In der alltäglichen Umsetzung sind aber noch nicht alle Hemmnisse für eine effektive Wissensvermittlung durch Bewegtbild abgebaut. Der lineare Ablauf von komplexen Inhalten führt nicht selten zu einer übermäßigen kognitiven Belastung. Als Folge nennen Experten den vorzeitigen Abbruch im Lernprozess. Durch eine interaktive Gestaltung werden die Vorteile des Videos positiv erweitert. „So ermöglicht die Strukturierung von Bewegtbildern eine nutzeradäquate Wahrnehmung. Jeder schaut nur das, was er sehen möchte“, erklärt Wolfgang Laier, Gründer der VN Video Notion GmbH. Das steigert die Lerneffizienz.

Interaktive Videos optimieren Lerneffizienz

Die Verknüpfung der verschiedenen Informationen in Bild und Ton wirken sich positiv auf den Lernerfolg aus. Somit sind Videos gut geeignet, um Inhalte, Aufgaben und andere Informationen zu präsentieren. Allerdings verlangen sie vom Rezipienten eine hohe kognitive Leistung, um den gesamten, linear ablaufenden Inhalt aufzunehmen. Das kann unter Umständen zu Belastungen führen, da das relevante Wissen selbst ausgewählt, organisiert und integriert werden muss. Kommt es hierbei zu Überbelastungen, gefährdet dies ein effektives Lernen.

Audiovisuelles Lernen besitzt eine Reihe von Vorteilen, jedoch sollte eine gewisse Interaktivität vorhanden sein, die es ermöglicht, Informationen nach individuellem Wissensstand und zeitnah betrachten zu können. „Innovative digitale Videotechnologien ermöglichen mit einer unterschiedlichen Breite an technischen Funktionen (zum Beispiel Bildausschnitte zu bilden und zu annotieren, Hyperlinks oder Menüs einzufügen) die Kontextualisierung und weitere Bearbeitung von Videos für die Wissenskommunikation: Psychologisch betrachtet wird bei solchen Manipulationen am audiovisuellen Material auch kognitiv selektiert, analysiert und fokussiert“, schrieb Prof. Carmen Zahn von der Hochschule für Angewandte Psychologie in Olten schon 2009 in den Ludwigsburger Beiträgen zur Medienpädagogik.

Die Möglichkeit, bereits bekanntes Wissen in einem interaktiven Video auszulassen, verringert die kognitive Belastung deutlich. Der Einsatz von interaktiven Videos im E-Learning ist ein folgerichtiger und gleichzeitig stark ansteigender Trend. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Darstellung komplexer Inhalte kann durch Interaktivität spannender, involvierender und effizienter erfolgen, sagen Experten. Zusammenhängende Informationseinheiten lassen sich innerhalb des Mediums gliedern und den User aktiv mit einbinden. Das Lernen verändert sich damit nachhaltig.

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