Warum die traditionelle Beratung in der Digitalisierung an Ihre Grenzen kommt

von Wolfgang Laier

Egal wo man hinschaut: wir erleben gerade fundamentale Umbrüche. Die aktuelle Überschrift dazu lautet häufig "Digitalisierung" und wird in der Zukunft große Auswirkungen auf uns alle haben. Dies betrifft die Gesellschaft und die Politik genauso wie die Technologie - angeführt von Begriffen wie künstliche Intelligenz, Blockchain oder der totalen Vernetzung im Internet der Dinge - auch wenn es viele noch nicht wahrhaben möchten - die Veränderung birgt einen radikalen Wandel in sich. Ein neues, digitales Zeitalter beginnt und die Geschwindigkeit wie dieses unser Leben bestimmt nimmt nicht erst seit heute rasant zu. Über die Zukunft herrscht jedoch große Unsicherheit und die Vergangenheit erscheint plötzlich völlig unverständlich.

Was ist Digitalisierung? Daten und Kommunikation!

Viele Unternehmen stehen vor der großen Herausforderung Ihre Geschäftsmodelle unter dem Einfluss der Digitalisierung zu überdenken. Dabei stehen diese vor der Herausforderung, wie man mit der digitalen Transformation umgehen soll und welche Veränderungen diese mit sich bringt. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie zukünftige Produkte und Dienstleistungen gestaltet werden müssen, damit diese langfristig erfolgreich sind und zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen.

Aber zunächst zu der Frage, was ist "Digitalisierung" überhaupt? Auch auf vielfaches nachfragen, kann mir keiner erklären, was diese bedeutet und woraus sie besteht. Es gibt immer wieder typische Sätze wie "verändert alles", "Technik", "Gesellschaft und Politik" und vieles mehr (ich habe diese Worte hier ja auch zu Beginn benutzt). Sicherlich gibt es aus technischer Sicht Kernthemen, wie Big Data, Cloud-Computing, Internet of Things, Social Media oder mobile Technologien. Im Kern geht es aber genau um zwei Punkte: 1. Daten und 2. Kommunikation. Alles andere ist eine logische Konsequenz aus diesen beiden Parametern.

Was die Digitalisierung auch mit sich bringt, ist, dass die Geschwindigkeit und Komplexität der Veränderungen exponentiell ansteigt. Der Mensch, die Gesellschaft und die Politik können mit dem hohen Tempo schon heute nicht mehr wirklich Schritt halten. Die Digitalisierung bereitet Einzelnen sogar Angst. Diese Angst könnte auf eine kognitive Dissonanz hinweisen, die dazu führt, dass technische und kulturelle Neuerungen wie die Digitalisierung in drohende Verluste uminterpretiert werden.

Man Bedenke zunächst einmal: der kommerzielle Beginn des Internets war im Jahr 1990. Wurden 1993 ca. 1% der Informationsflüsse über das Internet abgewickelt, so waren es 2000 bereits ca. 50% und heute nahezu alle. Bedenkt man nun die Innovationszyklen von ca. 10 bis 15 Jahren und betrachtet man die Veränderungen am Markt im Verhältnis zu den langen Zyklen davor, so muss einem sehr schnell auffallen, dass es sich technologisch um eine exponentielle Veränderung handelt. Wenn man bedenkt, dass sich die Datenmenge von 2017 bis 2025 in etwa verzehnfacht und die Anzahl der IP-Adressen im Netz durch IPv6 auf ca. 10 hoch 20 pro Kopf ansteigen (der aktuelle IPv4 Adressbereich ist bereits seit 2015 aufgebraucht oder in anderen Worten "das Internet ist ausverkauft"), dann kann man sich leicht ausrechnen, in welchem Tempo es weitergeht.

Aber auch die deutsche Bundeskanzlerin, die ja bekanntlich vieles aussitzt, hat das Wort „Digitalisierung“ meines Wissens nach im Jahr 2015 erstmals erwähnt und heute spricht schon die ganze Welt darüber. Entweder hat die Politik dies verschlafen oder sie erfolgt wirklich in einer Geschwindigkeit, die viele aus Ihrer inneren Umlaufbahn schleudern. Aber unabhängig davon und auch unabhängig von den zahlreichen Erklärungen, die einen schon fast ermüden, hat die Digitalisierung schon längst sehr vieles verändert, neues geschaffen und wird in nicht allzu ferner Zeit vieles weiter verändern – und genau hier ist der Punkt: statt eine Diskussionskultur zu etablieren – oder wie es die Politik tut, die Digitalisierung einfach mal auf 2025 zu verschieben – muss in den Unternehmen begonnen werden, eine disruptive Innovations- und Veränderungskultur zu etablieren. Denn obwohl wir Macher des technologischen Fortschritts sind, haben wir keinen Einfluss auf ihn.

Neu Denken – Digital Leben, Lernen und Arbeiten

Aber was ist die Digitalisierung? Ist es eine Evolution oder eine Revolution? In der digitalen Welt kann man das auf die Frage "Innovation oder Disruption?" beziehen.

Ich behaupte einmal: Die Digitalisierung läutet eine Revolution in der Wirtschaft und Gesellschaft ein. Für die kommende Generation wird alles anders sein, als wir es kennen. Neue Technologien werden immer schneller entwickelt und Märkte verändern bzw. verschieben sich immer schneller. Alles, was technologisch machbar ist, wird technologisch gemacht. die Frage, die sich stellt, ist lediglich, ob es von den Menschen angenommen wird. In dieser Situation ist noch völlig unklar, wohin die Reise geht, welche Rolle der Einzelne dabei spielt – ob er Opfer oder Gestalter dieser Veränderung ist?

Ich persönlich lebe bereits seit mehr als 20 Jahren in einer virtuellen und digitalisierten Welt, so dass ich diese Revolution im eigenen Leben nicht mehr als Veränderung wahrnehme. Stattdessen ist sie seit langem Teil meines Alltags und unterstützt mich bei der Gestaltung erfolgreicher Innovationen.

Der Begriff VUCA ist mir dabei vor einigen Jahren über den Weg gelaufen. Ich denke, dass dieser Begriff die Herausforderungen, denen sich Unternehmen und Unternehmer in einer zunehmend digitalisierten Welt stellen müssen, sehr gut zusammenfasst (siehe dazu auch der Artikel "VUCA im Kontext der Digitalisierung").

Aus Erfahrung kann ich folgendes dazu sagen: um in einer volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen VUCA-Welt zurecht zu kommen, bedarf es einer wichtigen und für viele neuen Kompetenz: Man muss in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, die (eigenen) Vorhersagen und Ziele ständig zu überprüfen und zu korrigieren, ohne dass man hier in die typischen, traditionelle Verhaltensmuster zurückfällt. Um diesen Weg erfolgreich zu gehen, bedarf es aber auch der Fähigkeit, zu führen – und zwar in einer Form, welche die eigene Existenz und die des Unternehmens nicht gefährdet. In der Praxis habe ich gelernt, dass wir in Zeiten der Veränderung alle Fehler machen. Manche Fehler haben langfristig geringe negative Auswirkungen. Ich nenne das „die Fehler der Klugen“. Es gibt aber leider in vielen Unternehmen und bei Managern einen Trend, nur noch kurz- und mittelfristige Ziele im Auge zu haben. Ich wage zu bezweifeln, dass in Zeiten der Veränderung dies nachhaltig anwendbar ist, da die Veränderung keine Rücksicht auf "Einzelschicksale" nimmt (siehe auch Artikel "Innovationspsychologie: Warum Manager so häufig an Disruption scheitern").

Denn genau diese Veränderungen sollten in der Digitalisierung einen großen Teil des Alltags von Führungskräften einnehmen und diese kommen nicht daran vorbei, sich den Herausforderungen zu stellen und Lösungen zu schaffen, die auch langfristig gedacht funktionieren. Denn Digitalisierung ist kein schleichender Prozess, der langsam kommt und dann zeitnah bearbeitet werden kann. Die Digitalisierung ist ein disruptiver Prozess, der veränderte Märkte mit sich bringt, Produkte und Dienstleistungen verändert, neue Berufsfelder entstehen lässt oder Unternehmen oder Branchen komplett ersetzt.

Doch was tun Führungskräfte in der Regel, wenn diese nicht mehr weiterwissen? Sie folgen traditionell zwei Dingen: Risikominimierung und Kostensenkung. Dies kann zwar sehr effektiv sein, um das Bilanzergebnis zu verbessern, doch es steht weniger im Zusammenhang zu Innovation und noch weniger zu Disruption. Und genau hier stoßen traditionelle Ansätze an ihre Grenzen. Es entsteht ein Widerspruch: während die traditionelle Vorgehensweise auf Wissen und Erfahrung der Vergangenheit basiert (meist dazu noch auf theoretisches Wissen), sind in der Digitalisierung neue Fähigkeiten und Mut gefragt, die sich erst in Zukunft beweisen müssen. Dies setzt voraus, dass man in der Lage ist, Neues zu wagen und auch alles neu zu denken. Während traditionelle Beratung versucht, das Bestehende zu verbessern und einem linearen Denkmuster folgt, ist Disruption eine "Störung", auf die man vorbereiten und beherrschen muss. Denn in einer VUCA-Welt sind traditionelle lineare Lösungen, lineares Denken, lineares Management oder lineare Karrieren keine Lösung, sondern ein Problem. Je schneller sich die Welt verändert, umso radikal endlicher wird unser Erfahrungswissen. Führt man hier alle Gedanken zusammen, dann kommt man am Ende zur Erkenntnis, dass der schnelle technologische Wandel andere Qualitäten in Führung und Beratung benötigt.

Der digitale Wandel ist ein disruptiver Prozess

Wir schon erwähnt, ist in der modernen Arbeitswelt die digitale Transformation von Unternehmen und Geschäftsmodellen ein kontinuierlicher disruptiver Prozess und kein einmaliges Ereignis. Gerade vor dem Hintergrund unaufhaltsamer Veränderungen, fortschreitender Innovationen und zunehmender Komplexität in der Organisation und Technik, ist der Bedarf an digitaler Kompetenz größer denn je. Der Umgang mit vernetzten Anwendungen wird dabei zur alltäglichen Aufgabe. Digitale Vertriebsansätze, Soziale Medien, Data-Driven Analytics und vieles mehr erfordert ein neues Denken und auch neue Qualifikationen der Mitarbeiter und Führung.

Denn wie sieht die Realität aus? VHS wurde durch DVDs ersetzt und schon nach kurzer Zeit durch Streamingdienste. Der Einzelhandel in den Städten stirbt angesichts des Online-Shoppings. Genauso geht es vielleicht schon bald den traditionellen Banken, angesichts der Blockchain-Revolution - was bedeuten kann, dass Geld vielleicht schon bald wird durch Kryptowährungen ersetzt wird und eventuell Einfluss auf den gesamten Handel haben könnte. Autos werden bald autonom fahren. Doch noch immer schauen viele weg, denn der digitale Wandel ist für traditionelle Unternehmen eine Herkulesaufgabe, dem das sprichwörtliche „Beharrungsvermögen“ gestandener Organisationen entgegensteht und die sich nicht mit klassischen Change-Management-Methoden lösen lässt. Besser wäre es, Psychologen und Hypnotiseure zu konsultieren. In einem disruptiven Prozess, kann bzw. muss man davon ausgehen, dass die Mehrheit der heutigen Unternehmen nicht weiterbestehen werden und sich unser Wirtschaftssystem grundlegend verändern wird.

Die digitale Zukunft hat keine Vergangenheit

Im Digitalen gibt es auch nicht das allgemein bekannte Wissen, worauf sich all unsere Thesen stützen, denn die Digitalisierung gibt es ja nach den Worten der allwissenden Bundeskanzlerin noch gar nicht so lange. Auch hier findet ein disruptiver Prozess statt: der technologische Fortschritt kann demokratische Prozesse grundlegend verändern (Beispiele: Arabischer Frühling, Pegida, DAO Democracy, MeToo u.v.a.).

Warum ist das so? In der digitalen Welt gibt es keine Vergangenheit, es gibt lediglich eine Zukunft. Denn unabhängig von Aussagen der Politiker, gab es noch vor wenigen Jahren keine echte Digitalisierung und auch das Internet ist noch recht jung im Vergleich zu vielen anderen Wirtschaftszweigen, die wir aus der Geschichte kennen. Aber trotzdem hat diese schon zu extrem vielen Veränderungen geführt. Also behaupte ich einmal: Es gibt kein Wissen und keine Erfahrungen, auf die man eine valide Prognose stützen könnte (siehe auch VUCA-Welt).

Sicher muss man differenzieren, wo man sich bewegt: Bewegt man sich im Kontext der Innovation (Evolution) oder Disruption (Revolution)? Die Frage, die sich Unternehmen beantworten müssen, lautet: In wie weit beeinträchtigt die Digitalisierung die eigenen Märkte und Geschäftsmodelle? Aber unabhängig davon, sollten alle Prozesse und Geschäftsmodelle auf den Prüfstand und nochmal neu gedacht werden. Dabei sind traditionelle Methoden und Beratungsansätze häufig verzögernd bis hinderlich und lassen keine neuen Gedanken zu. Um dies zu forcieren, muss man Mitarbeiter und vor allem Führungskräfte darin unterstützen, aus traditionellen Denk- und Verhaltensmustern auszubrechen, was leider in der Praxis vielen schwer fällt oder erst gar gewollt ist.

Digitalisierung ist eine Managementaufgabe

Gerade die Führungskräfte wehren sich noch allzu oft vor dieser Veränderung. Dabei ist dies eine zentrale Aufgabe von Führungskräften, die sich aber leider mehrheitlich für Komfort statt für Handeln entscheidet. In der Praxis werden dazu dann häufig traditionelle Berater hinzugezogen, die heute eigentlich alle den Begriff "Digital" in Ihr Profil aufgenommen haben, da diese der Führungskraft ein Gefühl der Geborgenheit geben. Im Kern aber werden weiter traditionelle Modelle oder sogenannte Change-Prozesse angewendet, durch welche die Unternehmen umgestaltet werden sollen. Aber ich erlebe auch, dass immer mehr Unternehmen mittlerweile erkennen, dass die traditionellen Modelle in Zeiten einer digitalen Transformation nicht mehr funktionieren und nach neuen Lösungen bzw. konkreten Ansätzen zur Umsetzung suchen. Und genau hier setzt der digitale Berater oder Disruptor an. Dieser folgt in der Regel nicht den alten, ausgetrampelten Pfaden, sondern hat neue Ansätze und ist auch weniger Berater. Seine Aufgaben ist es, neue Denkweisen einzubringen, die Potentiale von Ideen zu bewerten und zur Marktreife zu führen.

Doch wir alle ziehen es vor, uns in der Komfortzone zu bewegen und würden gerne vorher wissen, wie der Erfolg solcher Maßnahmen gemessen werden kann? In der VUCA-Welt bedeutet dies: Welche Informationen habe ich über eine Situation und wie können damit die Auswirkungen des Handelns abgeschätzt werden? Genau hier müssen die Beratung und das Management neue, innovative Antworten liefern.

Traditionelle Berater sind keine Disruptoren

Altbewährte Beratungsmodelle sind zur Steuerung disruptiver digitaler Veränderungen nur noch eingeschränkt geeignet. Diese basieren im Allgemeinen auf Methoden der Vergangenheit, die in der Digitalisierung nicht relevant und oft nicht anwendbar sind.

Wenn man auf die jüngere Vergangenheit schaut, so waren gerade die traditionellen Berater in den letzten Jahren häufig diejenigen, die Digitalisierungspotenziale übersehen haben oder sich sogar gegen Innovationen gewehrt haben. Denn dies hätte auch ein Zurückstecken der eigenen Interessen bedeutet. In der Praxis stelle ich gerade bei traditionellen Beratern immer wieder fest, dass viele Aussagen zur Digitalisierung auf Wissen aus der Vergangenheit oder teilweise sogar auf waghalsigen Theorien basieren.

Ein traditioneller Berater wird primär versuchen, das bestehende zu „härten“, damit das Gesamte dem Druck des Marktes standhält. So entstehen aber keine neuartigen Produkte, neue Märkte werden nicht erschlossen -  das Geschäftsfeld bleibt unverändert. Dem traditionellen Berater fehlt schlicht die digitale Praxis. Manchmal fehlt der Praxisbezug sogar generell, da viele Unternehmensberater noch nie ein eigenes Produkt entwickelt, ein Unternehmen gegründet oder geführt haben. Manche sind noch nicht einmal mit einem derartigen Versuch gescheitert. Sie besitzen selten die unternehmerische Kompetenz und Qualifikation aus der Praxis, welche für die digitalen Herausforderungen notwendig sind.

Ein digitaler Berater oder Disruptor dagegen wird das bestehende berücksichtigen, um vorhandene Kompetenzen zu nutzen. Er baut erfolgreich neue Kompetenzen und Geschäftsmodelle auf und nutzt dabei die Potenziale der Digitalisierung. Eine digitale Beratung muss mutig sein und in die Lage versetzt werden ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen. Um dies zu ermöglichen sind Souveränität und Vertrauen notwendig.

Aus langjähriger, internationaler Erfahrung in zahlreichen Projekten kann ich sagen, dass die von traditionellen Beratern angestoßenen digitalen Projekte häufig gescheitert sind - dies erinnert mich an die Anfangszeiten der IT-Branche, wo auch ca. 80% der Projekte gescheitert sind und dies als "Software-Krise" bezeichnet wurde. Die bekannten Erfolgsgeschichten der digitalen Transformation basieren auf mutiger Führung, der Bereitschaft neue Wege zu gehen, und der Beständigkeit, die Ziele konsequent zu verfolgen. Man kann dies auch in den Worten von Benjamin Disraeli ausdrücken: "Das Geheimnis des Erfolges liegt in der Beständigkeit des Ziels."

Was ist meine persönliche Erkenntnis?

Traditionelle Berater motivieren Einzelne oder eine Organisation, dem technischen Fortschritt zu folgen. Sie führen Prozesse wie Agilität, Design Thinking oder vieles andere ein. Doch Innovation oder Disruption kann man nicht in einen Prozess pressen oder per "Befehl" vorgeben. Blickt man auf die großen Innovationen, so erkennt man, dass diese meist von einzelnen Personen ausgingen, die sie gelebt und vorangetrieben haben. Dies ist sicher eine der wesentlichen Erfahrungen, die man aus der Vergangenheit gelernt haben sollte.

In der Digitalisierung sind Praktiker bzw. Umsetzer gefragt, welche Ideen zu konkreten Produkten führen können. Traditionelle Berater können häufig mit großem Fachwissen glänzen, haben aber leider auch allzu häufig wenig Bezug zur digitalen Realität. Organisationen eifern ständig dem technologischen Fortschritt nach. Aber (!) der Erfolg eines Projekts liegt häufig in der Hand eines Einzelnen oder von Wenigen - im Digitalen ist dies noch ausgeprägter, da niemand auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückgreifen kann und nur ganz Wenige in der Lage sind, in die Zukunft zu schauen und deren Komplexität und Veränderung zu verstehen. Somit liegt letztendlich der Erfolg eines Projekts häufig in der Verantwortung einer Person, welche Innovation und Disruption denken kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass Unternehmen genau diese Person benötigen und in der Auswahl sehr sorgfältig vorgehen sollten, statt traditionellen Mustern zu folgen.

Um den digitalen Wandel in Unternehmen anzustoßen, sind deshalb im Besonderen die Führungskräfte gefragt, die ein anderes Verständnis von Führung und Führungsarbeit lernen und leben müssen. Führungskräfte sind dabei weniger als Prozessgestalter und noch weniger als Kontrollfreaks, sondern zunehmend als Coaches, Moderatoren, ja quasi als „Animateure“ gefragt. Dies kann aber nur gelingen, wenn diese selbst eine Mission und Vision haben und gleichzeitig den Fokus behalten.

Aber auch die Verankerung einer Vision ist nur ein erster Schritt, um den Wandel in Angriff zu nehmen. Auch das Umfeld muss stimmen und man sollte darüber nachdenken, ob man zur Erreichung der Ziele diese auch mal radikal verändern muss.

Denn eines ist sicher: Ein neues Denken bestimmt die digitale Welt. Der Alltag der kommenden Generation wird nur noch sehr wenig mit dem Alltag der derzeitigen Generation gleich haben. Denn die Menge der Daten und die Kommunikation wird sich rapide verändern und daraus werden neue, emergente Systeme entstehen (siehe Digitalisierung = Daten und Kommunikation). Die aktuelle Generation ist dazu aufgefordert, diese "Neue Welt" so zu gestalten, dass sie eine lebenswerte Welt sein wird. Es liegt somit in der Verantwortung unserer Führungskräfte, die Innovationsfähigkeit der Firmen durch mutiges Handeln zu bewahren und den Mitarbeitern die Sicherheit zu geben, dass diese auch morgen noch gebraucht werden. Digitale Berater können den Führungskräften mit innovativen Denkweisen und praxisbezogenen Fähigkeiten helfen, die Zukunft ihrer Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

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